Wie alles begann

Ein neues Jahrhundert, Zeit für eine neue Sportart - Fußball. Für einige sind die Kicker "närrische Deifi", doch gibt es bereits überregionale Verbände. Um den Beitritt zum süddeutschen Fußballverband geht es auch auf der Sitzung der Fußballerabteilung des Münchner Turnvereins (MTV) am Nachmittag des 27. Februar 1900 im Gasthaus "Zum Bäckerhöfl". Die Vereinsführung sperrt sich gegen die Weiterentwicklung der seit Jahren spielstärksten Fußballmannschaft der Stadt.

27. Februar 1900

#########
Die Gründungsurkunde

Das Gründungsdatum des FC Bayern München. Im Münchner Restaurant "Gisela" wird unter der Leitung von Franz John die Gründungsurkunde unterzeichnet. Die erste Satzung sieht blau-weiß als Vereinsfarben vor.










März 1900
Das erste Spiel des FC Bayern München findet auf dem Städtischen Spielplatz an der Schyrenstraße statt. Der 1. Münchner FC wird 5:2 bezwungen.


15. April 1900

Der höchste Sieg des ersten Vereinsjahres. In einem Freundschaftsspiel am Ostersonntag bezwingt der FC Bayern den FC Nordstern München mit 15:0!


8. Juli 1900

Der Klub "expandiert" und gründet eine eigene Jugendabteilung.


9. Dezember 1900

Auf seiner ersten Auslandsreise kassiert der FC Bayern auch gleichzeitig seine erste Niederlage der Vereinsgeschichte: 0:8 beim DFC Prag.


31. Mai 1901

Mittlerweile hat sich neben der 1. Mannschaft auch eine 2. Bayern-Elf formiert. Im ersten offiziellen Testspiel beider Mannschaften gegeneinander behält die "Erste" mit einem 12:2-Erfolg deutlich die Oberhand.

Trotz des Austritts des FC Bayern aus dem nach wie vor von Turnern dominierten "Münchner Fußball-Bunde", entwickelt sich ein reger Spielbetrieb. Insbesondere der von Friedrich Bermühler sen. gestiftete "Bayern-Pokal" gibt den Anstoß zu zunehmend regelmäßigen Spielen gegen die Teams im Stadtgebiet. Bavaria, MTV und 1860 sind die stärksten Gegner. Als Franz John 1903 die Bayern verläßt, ist das Feld bestellt. John im Rückblick: "Das Samenkorn, das wir gesät, ist herrlich aufgegangen, und mit besonderer Freude blicken wir alten Bayern heut auf unsern Verein, ... der an der Spitze des Münchner Fußballsports marschiert ..."


21. September 1902

Das erste Kapitel einer langen Derby-Geschichte. Die 1. Mannschaft des FC Bayern bezwingt an der Clemensstraße den TSV 1860 München mit 3:0!


Januar 1903

Wechsel an der Spitze des Vereins. Willem Hesselink übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden von Franz John. Der Niederländer Hesselink, zugleich auchherausragender Spieler des FC Bayern, gilt als erster "Star" des Vereins und Vorbild für die Jugend.


29. November 1903

Der FC Bayern bezwingt den 1. Münchner FC von 1896 mit 6:2 und sichert sich damit den zur "Förderung des Fußballspiels in Bayern" ins Leben gerufenen "Bayern-Pokal". Der Wettbewerb gilt gleichzeitig als Münchner Stadtmeisterschaft.


Frühjahr 1904

Der FC Bayern entwickelt sich prächtig, findet in München mehr und mehr Beachtung - auch gesellschaftlich.


November 1905

Zum dritten Mal in Folge sichert sich der FCB den "Bayern-Pokal". Seit 1904 wird der Wettbewerb durch Teams wie den 1. FC Nürnberg und MTV Augsburg aufgewertet.


1. Januar 1906

Fusion der Vereine Münchner SC (MSC) und FC Bayern München . Der MSC steigert seine Position als Münchner Großverein. Die Bayern bekommen für die weitere Entwicklung finanzielle Sicherheit, müssen dafür künftig rote statt schwarzer Hosen tragen.


Januar 1906

Vorstandsmitglied Kurt Müller wird Nachfolger von Willem Hesselink und damit neuer 1. Vorsitzender des FC Bayern.


22. April 1906

Bayern nimmt den Spielbetrieb um die Ostkreismeisterschaft auf: 9:2 gegen den FC Wacker München.


15. September 1907

Einweihung des neuen Sportplatzes an der Leopoldstraße. Anschließend gibt es unter der Beobachtung des neuen 1. Vorsitzenden des Klubs, Dr. Angelo Knorr, einen 8:1-Sieg über den FC Wacker München.


Frühjahr 1908

Die Satzung des Vereins wird grundlegend verändert. Ein neugebildeter Sportausschuss kümmert sich ausschließlich um den Spielbetrieb und ist von den verwaltungstech-nischen Aufgaben befreit. Die Spieler können sich künftig auf das Wesentliche konzentrieren: Das Fußballspielen.


29. April 1908

Die Bayern haben erstmals Besuch aus dem Mutterland des Fußballs. Gegen die englische Amateurmannschaft "The Pirates" zahlen die Gastgeber Lehrgeld und unterliegen dem in allen Belangen überlegenen Gegner klar mit 0:8!


15. November 1908

Das Derby gegen 1860 wird zum dritten Mal auf dem Sportplatz an der Leopoldstraße ausgetragen. Endstand: 4:0 für die 1. Mannschaft der "Rothosen".


21. April 1909

"The Pirates" aus England sind wieder zu Gast und gewinnen "nur noch" mit 4:1!


31. Mai 1909

Erster Test gegen echte englische Profis: Gegen den FC Sunderland gibt's lediglich ein 2:5!


21. November 1909

Durch einen 8:2-Kantersieg beim alten Rivalen MTV sichern sich die Bayern die "Oberbayrische Meisterschaft" und damit den Einzug in die Endrunde um die Ostkreismeisterschaft, die ab Herbst 1910 ausgespielt wird.

Die 1. Mannschaft der Bayern demonstriert Anfang 1910 ihre Ausnahmestellung in Bayern und Franken. Die Erfahrungen aus den Spielen gegen erstklassige Gegner tragen nun Früchte. Erstmals erringen die Bayern die Ostkreismeisterschaft und können den Titel in der nächsten Spielzeit sogar verteidigen. Auch auf den ersten Nationalspieler (Max Gablonsky) in ihren Reihen können die Bayern seit dem 16. Mai 1910 zu Recht stolz sein, auch wenn sein erstes Länderspiel verloren geht - 0:3 gegen Belgien in Duisburg.


9. Janaur 1910

Im ersten Auswärtsspiel um die Ostkreismeisterschaft - die höchste Würde im bayrischen Fußball - gelingt beim alten Rivalen MTV München ein 6:2-Erfolg.


25. Janaur 1910

Nach dem auch das zweite Auswärtsspiel (4:2 beim 1. FC Nürnberg) gewonnen wurde, fegen die Bayern im Kampf um die Ostkreismeisterschaft die Spvgg Fürth mit 12:0 regelrecht vom Platz an der Leopoldstraße.



13. Februar 1910

#########
Der Ostkreismeister 1910

Das letzte Spiel um die Ostkreismeisterschaft gegen Fürth endet mit einem 4:2-Sieg. Folgende Spieler sichern den Bayern ungeschlagen den Titel: Ernst Hofmann, Hans Hofmann, Gablonsky, Baumann, Seitz, Hofmeister, Fritz Fürst, Kroiß, Berz, Reindl, Rinkenberger.


5. März 1911

Das letzte Spiel um die Ostkreismeisterschaft endet mit einem 4:2-Erfolg beim FC Pfeil Nürnberg. 16 Siege, je ein Remis und eine Niederlage: Mit dieser beeindruckenden Bilanz sichert sich folgende Elf den Titel: Ernst Hofmann, Baumann, Kroiß, Schacherl, Gablonsky, Seitz, Fritz Fürst, Pekarna, Schneider, Berz, Meyer. Aber auch die 2. Mannschaft der Bayern macht von sich reden, bleibt rund 18 Monate ungeschlagen.


31. Dezember 1911

Der 1. Vorsitzende der Bayern, Dr. Angelo Knorr, kann am Ende des Jahres auf eine rasante Entwicklung seines Vereins zurückblicken. Mittlerweile bevölkern 16 Mannschaften die Bayern-Plätze - darunter sieben Jung- und eine Altherrenmannschaft. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf 457 - davon sind 146 Junioren. Die dritte Ostkreismeisterschaft in Serie verpassen die Bayern nur knapp. Doch die sportlichen Belange treten zunehmend in den Hintergrund. Zunächst sind es


sportfeindliche behördliche Verordnungen (1913), die alle Vereine zu radikalen Umorganisationen zwingen. Dann unterbricht der Ausbruch des 1. Weltkrieges den regelmäßigen Spielbetrieb - allerdings nur für einige Monate. Dann wird mühsam wieder gekickt.


Ende 1913

Erstmals übersteigt die Mitgliederzahl der Bayern die 500er-Grenze.


12. Dezember 1915

Die Bayern erkämpfen im Derby bei 1860 München ein 1:1 und sichern sich den Titel "Kriegsmeister von Südbayern 1915".


28. Januar 1917

Die "Rothosen" bezwingen auf dem Sportplatz an der Leopoldstraße Jahn Regensburg mit 6:0 und sichern sich mit diesem klaren Erfolg den Titel "Meister von Südbayern 1916/17".


20. Januar 1918

Nachdem man eine Woche zuvor das Heimspiel gegen Wacker München mit 1:3 verloren hatte, drehen die Bayern den Spieß nun um und gewinnen beim gleichen Gegner 4:2. Lohn: die Meisterschaft von München 1917/18.


3. Februar 1918

Die Bayern bezwingen zum zweiten Mal den TV Oberhausen-Augsburg (erst 5:2, dann 4:1) und dürfen sich über den nächsten Titel freuen: "Meister von Südbayern 1917/18".


Januar 1919

Im Januar 1919 wird Kurt Landauer zum zweiten Mal Präsident des FC Bayern, der zu diesem Zeitpunkt noch F.A. Bayern im MSC München heißt. Er bringt viele neue Ideen in den Verein ein, die Grundlagen für den Aufschwung nach dem 1. Weltkrieg sind. Landauer setzt vor allem auf die Jugend. Im Frühjahr 1919 erfolgt die Trennung vom MSC München und die Fusion mit dem Turnverein Jahn zum TuSpV Bayern. Ab Frühjahr 1924 steht der Verein dann gänzlich auf eigenen Füßen und heißt fortan FC Bayern München.

 ZUR ÜBERSICHT