Die Zeit von 1940 bis 1959

Zu Beginn des 2. Weltkrieges setzt sich die sportliche Talfahrt des FC Bayern fort. Nur mit Mühe verbleiben die Münchner in der Gauliga. Gute Spiele wie beim 10:1 gegen Jahn Regensburg am 6. September 1942 sind selten. Zahlreiche Mitglieder müssen an die Front, ein geregelter Spielbetrieb ist kaum noch möglich. Spielklassen und Mannschaftsaufstellungen sind ständigem Wechsel unterworfen.


22. Juni 1941

Nach drei Siegen gegen Ingolstadt (3:0), Gern München (6:1) und Kaufbeuren (4:0) folgt das Aus im Tschammer-Pokal nach einer 2:4-Niederlage bei Austria Wien, das später das Viertelfinale erreicht (1:4 gegen Schalke).


5. März / 9. März 1943

Schmerzliche Verluste für den FC Bayern im Krieg an der Ostfront in Rußland. Die Internationalen Josef Bergmaier (8 A-Länderspiele) und Franz Krumm (2 A-Länderspiele) fallen vor Orel.


13. Juli 1944

Bei einem Bombenangriff werden die Geschäftsstelle des Vereins und große Bestandteile des Archivs vernichtet. Zugleich zerreißt damit das letzte Informationsband zwischen Verein und Mitgliedern in den Kriegswirren.


1944 kommt der FC Bayern noch einmal zu Meisterehren. Nach dem Gewinn des südbayrischen Titels nehmen die Bayern sogar mal wieder an den Endrundenspielen zur Deutschen Meisterschaft teil. Mit der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 bricht das Vereinsleben völlig zusammen. Doch schon im Sommer stehen die Bayern für erste Privatspiele wieder auf dem Platz. Im November startet dann die Oberliga Süd.


29. Dezember 1946

Erstmals in der Vereinsgeschichte ist der FC Bayern Tabellenletzter und empfängt in der Oberliga Süd die Löwen zum Derby. Seibold verletzt sich bei seiner Abwehraktion per Kopf. Doch Stepbergers Treffer sichert ein umkämpftes 1:1.


1949-53

Die Einführung der Oberliga hat sich bewährt. Fußball boomt im Nachkriegs-Deutschland. Auch zu den Bayern kommen mehr als 20.000 Zuschauer im Schnitt. Nachdem sich der Klub 1949 nochmals die Berechtigung für die Qualifikationsspiele zur Deutschen Meisterschaft erkämpft, kommt er danach über das Mittelmaß nicht mehr hinaus und gerät sogar in Abstiegsgefahr.


8. Februar 1953

Das letzte Derby gegen die Löwen vor ihrem Abstieg in die 2. Liga endet 2:2, der FC Bayern macht dabei durch Treffer von Schädlich noch einen 0:2-Rückstand wett.


1954

Der FC Bayern tritt sportlich auf der Stelle. Erneut kommt das Team nicht über einen enttäuschenden Mittelfeldplatz (Rang neun) in der Oberliga Süd hinaus. Das Manko liegt eindeutig im Angriff: Kein Team schießt weniger Tore als die Münchner. Dennoch hat ein Spieler am Ende der Saison erst Grund zur Freude, später sogar Anlass zum ungebremsten Jubel. Hans Bauer wird von Sepp Herberger in den WM-Kader 1954 berufen. Zwar kommt der Bayern-Verteidiger im Finale nicht zum Einsatz, dennoch ist er ein fester Teil von dem, was als "Wunder von Bern" in die Geschichtsbücher eingeht.


3. April 1955

Der einzige Abstieg in der Vereinsgeschichte ist nach einem 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers nicht mehr abzuwenden. Am 24. April beendet der Verein die Saison als Letzter und steigt in die 2. Liga Süd ab.


13. Mai 1956

Der FC Bayern belegt durch ein 3:3 beim Karlsruher FV den zweiten Platz in der 1. Liga Süd und schafft dadurch die direkte Rückkehr in die Erstklassigkeit.


29. Dezember 1957

Mit einem 1:0-Finalsieg gegen Fortuna Düsseldorf gewinnt der FC Bayern erstmals den DFB-Pokal. Den entscheidenden Treffer erzielt Rudi Jobst in der 78. Minute.


1959-61

Unter dem österreichischen Trainer Adolf Patek werden die Bayern wieder für große Namen attraktiv. Torhüter Arpad Fazekas lockt mit seinen Paraden die Zuschauermassen an. Das neuformierte Ensemble läßt kurzzeitig Träume von der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft reifen. Aber ein Vier-Punkte-Abzug sorgt in der Saison 1959/60 für ein vorzeitiges Scheitern. Im dritten Amtsjahr von Patek versinkt das Team allerdings erneut in der Mittelmäßigkeit. Der Trainer muß gehen.


24. Oktober 1959

Laut einem DFB-Urteil drohen acht Punkte Abzug wegen Überbezahlung der Spieler in der Saison 1957/58 und 10.000 Mark Geldstrafe. Da der Verein Protest einlegt, bleibt der Abzug in der Tabelle (vorerst) unberücksichtigt - und der FC Bayern auf Tuchfühlung mit Spitzenreiter Karlsruhe.

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